Zusammenfassung der Sitzung im November 2012


AD(H)S und Beziehungen aller Art

 

Auch bei diesem Thema spielt der Bereich "Arbeit" wieder eine große Rolle. Sei es der Umgang mit Kollegen oder die Arbeitsgruppe an der Uni.

 

Viele von uns können Sachverhalte schneller begreifen und Zusammenhänge sehen, während andere noch an den Einzelheiten nagen.

 

Das macht uns selbst ungeduldig und das Gegenüber nicht selten neidisch.

 

Viele von uns sehen es als Problem an, dass sie sich ständig kleiner machen müssen, um nicht immer als Chefsesseldieb oder Streber empfunden zu werden.

 

Anderen fehlt einfach das Selbstbewusstsein, um sich gegen die "Schlangengrube" Mitarbeiterpool durchzusetzen. Die Folgen sind Ausgrenzung und Unverständnis des Gegenübers.

 

Aber sehr oft liegt es nicht nur am Anderen, sondern auch an uns selbst, weil wir ihm, impulsiv wie wir nun einmal sind, keine Chance geben.

 

Deshalb die Übung: Toleranz lernen. Keine Türen knallen lassen, sondern die größte Wut erst einmal an einem handlichen Taschen-Boxsack oder am Beißring des zufällig anwesenden Babys abreagieren.

 

Das Verhältnis zu den Kollegen hängt häufig nicht nur von den einzelnen Personen ab. Auch die Räumlichkeiten, in welchen Arbeit stattfindet, sind von Bedeutung. So eignet sich das Großraumbüro, der Minicontainer oder die Gruppenbesenkammer nicht unbedingt als Arbeitsplatz für den ablenkbaren

AD(H)Sler.

 

Viele von uns haben ja eine Neigung zum HSP, sind also ziemliche Sensibelchen und legen alles auf die Goldwaage. Auch Kritik, die uns vielleicht gar nicht betrifftbeziehen wir auf uns. Doch wir sollten uns nicht täuschen. Häufig gilt diese Sensibilität nur für uns und die Gefühle der Anderen beachten wir gar nicht so recht.

 

Unter uns befinden sich auch einige Labertaschen, die ihre Gedanken, Meinung und Gefühle oft ungebremst an den Mann bringen wollen. Dass das Gegenüber nicht immer begeistert von diesen nicht selten wirren Monologen ist, kann man sich sehr gut vorstellen, zumal wir auch nicht die besten Zuhörer sind.

 

Das Zauberwort in diesem Zusammenhang lautet "Achtsamkeit". Beobachte dich und auch die Reaktion deines Gegenübers besser, versuche zu ermitteln, ob du noch ein Gespräch führst - also ein Vorgang mit kurzen, ausgewogenen Beiträgen von beiden Seiten - oder ob du den Gesprächspartner nicht einmal die Chance gibst, aus eignen Stücken die Unterhaltung zu verlassen.

 

Wie schon gesagt: Wir sind nicht die besten Zuhörer. Nicht selten verpassen wir die Redebeiträge des Anderen, weil wir so auf unseren nächsten Satz konzentriert sind und nur eine Atempause des Anderen abwarten, um ungehindert weiterzusprechen.

 

Andererseit bewirkt das Nicht-Aussprechen bestimmter Probleme und Empfindungen, dass wir den Anderen in der Sicherheit wiegen, wir wären mit den zwischenmenschlichen Interaktionen zufrieden. Wenn dann doch das Fass zum Überlaufen kommt, ist dieser entsprechend überrascht und reagiert nicht selten mit Ablehnung.

 

Daher ist es sehr wichtig, dass wir unseren Mitmenschen signalisieren, wenn wir etwas nicht gut finden und uns wünschen, dass sich etwas ändert.

 

Wir sollten uns auf jeden Fall immer wieder vor Augen führen, dass unsere Umgebung nicht immer nur darauf bedacht ist, uns zu ärgern und zur Weißglut zu treiben. Das innerlich aufgesagte Mantra "Er/sie tut es nicht mit Absicht, er/sie merkt es gar nicht!" hat schon häufig wahre Wunder bewirkt. An dieser Stelle fiel auch das Stichwort "vergeben".

 

An dieser Stelle ein Buchtipp von Petra: "Schwarz ärgern, aber richtig".

 

 

 

 

 

 

ADHS-Selbsthilfegruppe München

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Selbsthilfezentrum München